Neubau Einfamilienwohnhaus 
Schräges Grundstück, schräger Grundriss...

Ungewöhnliches Grundstück trifft auf strengen Bebauungsplan

Dieses Projekt ist ein außergewöhnliches Wohnhaus. Es verdankt seine besondere Form dem Grundstück. Zu Beginn war ich unsicher, ob man auf dieser Fläche überhaupt sinnvoll bauen kann:

 

Die Form und Topografie des Grundstücks stellten die erste Herausforderung dar. Es ist trapezförmig und liegt an einem Hang mit einem Höhenunterschied von stolzen 4,50 Meter in südliche Richtung. So verschattet es sich in der kalten Jahreszeit mit niedrig stehender Sonne selbst.

Hinzu kommt, dass der Bebauungsplan eine ganze Reihe von Einschränkungen vorgibt: Baugrenzen, die zulässige Vollgeschosszahl, die Dachneigung, und die maximale Traufhöhe und Firsthöhe sind festgelegt - eine ganze Reihe von Hürden für die Planung. Und man muss alle Vorgaben berücksichtigen, um eine Baugenehmigung zu erhalten. 

Was bedeutet das für die Planung einer Bebauung dieses ohnehin nicht ganz einfachen Grundstücks? Am Beispiel der Baugrenzen erklärt: das Gebäude durfte an seiner schmalsten Stelle nur 6,50 Meter breit werden.

Die Kunden erzählten, dass sich ein anderes Büro bereits an diesem Vorhaben versucht hatte. Mit dem Ergebnis waren die Bauherren aber nicht zufrieden.

 

Das alles machte mir nicht unbedingt Mut...

Eine Lösung zum Anfassen

Also dann, wie gehe ich die Projektierung in einem so engen Rahmen an? Dabei half eine altbewährte Methode, die Grundstück und Gebäude buchstäblich begreifbar macht: ich baute Modelle vom Hang und von verschiedenen Gebäudeformen und probierte die Varianten aus.

Die größtmögliche Ausnutzung des Grundstücks ergab sich dabei mit einer Form, die das Baufenster fast komplett füllt: ein rechteckiger Grundriss für ein Haupthaus mit einem trapezförmigen, eingeschossigen Anbau.

Im Erdgeschoss fanden die Wohnräume, Küche, WC und ein Arbeitszimmer Platz. Im kleineren Obergeschoss wurden die Schlafzimmer und ein Familienbad untergebracht. Den Kindern wurde das gesamte Galeriegeschoss im Spitzboden geschenkt.

Weitere Eindrücke

Von der Idee zur Umsetzung

Das Grundprinzip des Konzeptes war also, ein Haupthaus und einen Anbau maßgeschneidert in das knappe Baufenster einzupassen.

Die Form folgte dann der Funktion: beide Gebäudeteile sollten sich in Grundriss und Fassade voneinander absetzen. 

Haupthaus und Anbau werden durch die Dachformen und die Materialien der Fassadenbekleidung voneinander getrennt.

Projektdaten

Bearbeitungszeitraum: Sommer 2016 - Winter 2016

Leistungsphasen HOAI: 1 - 4

Bruttokubatur: ca. 770 kbm

Wohnfläche: (nach Wohnflächenverordnung) ca. 140 qm

Kosten (KG 300 und 400 nach DIN 277): ca. 380.000 €